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Meine Herz-OP                           

                              -   Betroffene erzählen

 

Erst Tränen, dann ein glückliches Ende

Eine Herz-Transplantation schien der einzige Weg, das Leben von Niklas (15) zu retten.
Doch eine Zweitmeinung brachte die unverhoffte Wende

Fußball ist die große Leidenschaft von Niklas P. .

Zwar darf sein Verein derzeit coronabedingt nicht trainieren, aber sobald es möglich ist, will der Schüler wieder auf dem Platz stehen. Viel schlimmer ist es für den 15-Jährigen gewesen, als vor vier Jahren sein Herz nicht mehr richtig mitspielte. „Diese Zeit war mit vielen Tränen verbunden“, erinnert sich seine Mutter Nadine.

Nicht aufgeben. Doch der Reihe nach...

2005 kommt Niklas mit mehreren Herzfehlern zur Welt.
Dank moderner Medizin wächst er jedoch völlig normal auf. Im Sport gehört er sogar mit zu den Besten in der Schule.

2017 dann der Schock für Niklas und seine Familie. Bei dem damals Elfjährigen hat sich die Aortenklappe verengt und ist undicht. Das hat einen bedrohlichen Lungenhochdruck zur Folge.
Zudem zeigt der Herzmuskel eine seltene schwammartige Veränderung, welche die Pumpkraft schwächt (med.: linksventrikuläre Non-compaction-Kardiomyopathie). „Niklas war zu dieser Zeit oft sehr krank“, erinnert sich seine Mutter.
Er litt ständig unter Lungenentzündungen und musste sehr viele Medikamente nehmen.

 

„Das alles hat mich an meine Belastungsgrenze gebracht“, sagt Nadine P. heute.

 

Doch aufgeben kommt für die dreifache Mutter nie infrage.

Auch nicht, als plötzlich das Wort „Herz-Transplantation“ im Raum steht – weil die behandelnden Ärzte eine chirurgische Korrektur der erkrankten Aortenklappe nicht für möglich halten.
Denn das Operationsrisiko ist wegen des geschädigten Herzmuskels und dem schlechten Gesundheitszustand von Niklas einfach zu hoch.

Mit etwas Wagemut die richtige Entscheidung getroffen

Zum Glück hört Mutter Nadine auf ihr Bauchgefühl und holt eine Zweitmeinung beim Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) ein. Das hat Niklas eine Transplantation erspart.

Doch wie ist das möglich?

Am DHZB entscheiden sich die Spezialisten nach gründlicher Abwägung für eine sogenannte TAVI -OP.

 

Bei einem Patienten wie Niklas eine herzmedizinische Weltpremiere.

Denn bisher wird eine solche Ersatzklappe meist bei Menschen über 75 Jahren eingesetzt. Der Vorteil bei dem Eingriff: Es ist keine OP am offenen Herzen nötig.

„Ich war zuerst skeptisch, hatte aber ziemlich schnell das Gefühl, dass dieser Weg richtig ist“, sagt Nadine Prinke.

Unerwartet schnelle Erholung nach dem Eingriff

Auch Niklas hat volles Vertrauen in die Ärzte. „Kurz vor dem Eingriff war mein Sohn sich sicher, dass ihm
die TAVI helfen wird“, erinnert sich seine Mutter. „Da ist mir ein großer Stein vom Herzen gefallen und
ich wusste, dass alles gut gehen wird.“ Am 29. November 2018 gegen 8 Uhr morgens ist es dann so weit.
Die Spezialisten vom Deutschen Herzzentrum beginnen mit dem rund einstündigen Eingriff.
Er gelingt problemlos.
Die neue Klappe sitzt exakt, fest und schließt vollständig. Bereits vier Tage später kann Niklas aus der
Klinik entlassen werden. Das Wunderbare: Es geht ihm schnell deutlich besser.
Schon im darauffolgenden Sommer nimmt er wieder am Schulsport teil.
 „Sowohl der ‚Rückstoß‘ des Blutes in die linke Kammer als auch die Engstelle als Ursachen
für den Lungenhochdruck konnten beseitigt werden“, erklärt Dr. Axel Unbehaun, Oberarzt am DHZB.
Ebenso hat sich die Herzschwäche stark gebessert. Die Ärzte vermuten, dass der ständige Rückstrahl des
Blutes aus der undichten Klappe gegen die Wand der Herzkammer der Grund dafür war.
„Das hieße im günstigsten Fall, dass sich der Herzmuskel dauerhaft erholen oder zumindest
 lebenslang so gut funktionieren könnte, dass Niklas nie für eine Transplantation gelistet werden muss“,
so der Herzchirurg.

Neue Normalität.
Heute braucht Niklas zweimal täglich seine Herzmedikamente –
so wie vor dem rettenden Eingriff auch. Zudem steht alle drei Monate eine Nachuntersuchung an,
im Wechsel beim Kinderkardiologen und im Deutschen Herzzentrum. Das managt der Schüler alles selbst.
Und was läuft neben Homeschooling und Konfirmandenunterricht sonst noch?
Niklas geht regelmäßig mit seinem Vater joggen – nicht zuletzt, um fit für seinen
geliebten Fußball zu bleiben. Er und seine Vereinsfreunde können es kaum erwarten,
wieder zusammen zu spielen.

Quelle: Ihre Gesundheit | Ihre Apotheke | myLife,1.Juni2021 A


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und durch ihre
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TAVI-Methode

TAVI steht für

„Transcatheter Aortic Valve Implantation“, also Transkatheter-Aortenklappen-Implantation.

 

Das TAVI-Verfahren wird ohne Spaltung des Brustbeins und ohne Herz-Lungen-Maschine durchgeführt. Über einen Herzkatheter dehnt die Ärztin bzw. der Arzt zunächst die erkrankte Klappe mit einem Ballon auf. Anschließend wird – ebenfalls über den Katheter – eine zusammengefaltete biologische Herzklappe an die Stelle der alten Klappe gesetzt. Die alte Herzklappe wird in die Wand der Aorta gedrückt und die neue Klappe spannt sich nach Zurückziehen des Katheters auf. Sie ist in einem Drahtgerüst verankert, das sich beim Aufspannen an der richtigen Stelle verhakt.

 

Der Katheter wird meist über einen kleinen Einschnitt an der Leiste über Leistenarterie und Aorta bis ins Herz vorgeschoben (transfemoral). Falls die Leistenarterien zu klein oder die Hauptschlagadern schwer verkalkt sind, wird die Klappe über die Herzspitze eingeführt (transapikal). Dabei wird zwischen der fünften und sechsten Rippe unterhalb der Brustwarze ein wenige Zentimeter langer Hautschnitt vorgenommen. Darunter befindet sich die Herzspitze, über die der Katheter eingeführt und die Herzklappe implantiert werden kann.

(Quelle:https://www.dhzb.de/ratgeber/aortenklappenersatz)

Nadine P. und ihr Sohn Niklas

Quelle: DHZB/Maier I

 

 

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